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POLEN UND ANGRENZENDE STAATEN  IM DEUTSCHEN FERNSEHEN

Sa 06.02.10  Arte     13:00 bis 13:30 Uhr
ZU TISCH IN … POLEN
Ein Magazin

Sa 06.02.10 Das Erste    16:00 bis 16:30 Uhr
MEIN POLEN
Winterwunderland Polen
Wenn es Winter wird in den polnischen Bergen, der Schnee die Landschaft überzieht, verändern sich auch die Menschen etwas. Da werden Löcher ins Eis gesägt, um die Meisterschaft im Eisangeln auszutragen. In Kajaks stürzen sich mutige Männer und Frauen halbgefrorene Eisbäche hinunter und im Wintersportort Zakopane rüstet man sich für den Ansturm der Russen. Auch eine besonders seltsame Sportart wird in diesen Tagen ausgeübt: der Schnee-Stierkampf. Dabei jagt eine Herde von Polen auf Skiern einen Plastikstier den Abhang hinunter. Zwischen eiskalten Extremsportarten und heimelig geheizten Berghütten entdeckt der Korrespondent Ulrich Adrian das verschneite Winterwunderland Polen.

So 07.02.10  3Sat     06:00 bis 06:15 Uhr
DIE JAHRHUNDERTHALLE IN BRESLAU
Die  Konstruktionstechnik der Jahrhunderthalle in Breslau war bei ihrer Erbauung 1913 für die Bauarbeiter so neu und beängstigend, dass sie sich weigerten, die Verschalung der mächtigen Betonpfeiler zu entfernen. Sie fürchteten, die Riesenkuppel würde zusammenbrechen. Der Architekt Max Berg musste schließlich einen Passanten dazu überreden, ihm beim Entfernen der Verschalung des ersten Pfeilers zu helfen. Ganz unverständlich war die Befürchtung der Arbeiter nicht: Das Bauwerk ist Beton gewordener Wagemut. Die Spannweite der aus 32 Gewölberippen gebildeten Kuppel beträgt 65 Meter - fast das Doppelte des Pantheons in Rom. Revolutionär war neben der Bauweise auch, dass der Architekt jedes Dekorationselement verweigerte. Die Konstruktion bestimmte die Ästhetik. Errichtet wurde der weltgrößte Kuppelbau aus Stahlbeton als Ausstellungs- und Festhalle zur Hundertjahrfeier der Befreiung von der napoleonischen Herrschaft. In der Halle fanden Wirtschaftsausstellungen, sportliche Wettkämpfe und Theateraufführungen statt. Die Nazis nutzten den monumentalen Raum, der über 6.000 Menschen Platz bietet, außerdem als Bühne für politische Großveranstaltungen.

So 07.02.10  RBB    19:00 bis 19:26 Uhr
KOWALSKI TRIFFT SCHMIDT
Ein deutsch-polnisches Magazin

Di 09.02.10  Phoenix      20:15 bis 21:00 Uhr
Mi 10.02.10  Phoenix  07:30 bis 08:15 Uhr
ALS DIE DEUTSCHEN WEG WAREN
Groß Döbern, Schlesien
1945: Drei Millionen Deutsche werden aus Schlesien vertrieben. Polen, die von der sowjetischen Staatsmacht aus der Ukraine gejagt werden, sollen ihren Platz einnehmen. Die größte Völkerwanderung in der schlesischen Geschichte beginnt. Am Beispiel der heute über 10.000 Einwohner zählenden oberschlesischen Gemeinde Dobrzèn Wielki, dem einstigen Groß Döbern, erzählt der zweite Teil der Dokumentationsreihe von den Folgen dieser Polnisierung.

Mi 10.02.10  Phoenix    10:15 bis 10:45 Uhr
KOWALSKI TRIFFT SCHMIDT
Ein deutsch-polnisches Magazin
Wiederholung vom Sonntag

Do 11.02.10  WDR    00:20 bis 00:30 Uhr
DANZIG: KÖNIGIN DER OSTSEE
Sie gilt als die Königin der Ostsee. Die Stadt Danzig strahlt längst wieder in ihrem historischen Glanz und wird auch von vielen deutschen Reisegruppen angesteuert. Auch das benachbarte Seebad Zopot ist einen Abstecher wert.

Do 11.02.10  Hessen     16:00 bis 16:45 Uhr
OSTPREUßENS ZAUBERWALD
Begegnungen in der Rominter Heide
Die Rominter Heide im äußersten Osten Ostpreußens war einst das bevorzugte Jagdgebiet der Hohenzollern, später dann der Nazis. Heute durchzieht die russische Grenze den Urwald, in dem noch immer Rothirsche, Elche, Luchse und Wölfe leben: ein naturbelassener Wald mit uralten Eichen, Fichten und Kiefern, mit einsamen Waldseen, Brüchen, Schonungen und Mooren. Filmautor Wolfgang Wegner macht sich zwischen Goldap und Szittkehmen auf die Suche nach Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart, begegnet Menschen am Rande der Rominter Heide: Förstern, Waldarbeitern, Bauern, Handwerkern, Jungen und Alten, einer Lehrerin, die Deutschunterricht gibt, einem Pfarrer, der Trost spendet in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit hier im äußersten polnischen Nordosten. An der Grenze zu Russland patrouillieren polnische Soldaten. Deutsche Töne hört man nur selten in den kleinen Orten rund um den Zauberwald. Aus Ostpreußen wurde nach dem Krieg die polnische Woiewodschaft Warmia i Masuri, der Regierungsbezirk Ermland und Masuren, aus der Rominter Heide die Puszca Romicka. Was geblieben ist, sind die alten Backsteinhäuser, erbaut in preußischer Zeit, und ein paar unkrautüberwachsene Gleise, über die einst die Personenzüge von Lyck über Goldap nach Gumbinnen bummelten.

Fr 12.02.10  Hessen     16:00 bis 16:45 Uhr
WINTER IN OSTPREUßENS ZAUBERWALD
Wiedersehen mit der Rominter Heide
Auf seiner filmischen Reise durch die Rominter Heide im Nordosten Polens, nicht weit von Russland und Litauen entfernt, hat Wolfgang Wegner Land und Leute wiederentdeckt und Tiere beobachtet, die anderenorts in Europa längst verschwunden sind: Elche, Wölfe, Fischotter und sogar einen Luchs. Berühmt wurde die Rominter Heide durch ihre kapitalen Rothirsche, die Rominter Hirsche. Sie machten einst Ostpreußens Zauberwald zum bevorzugten Jagdrevier der preußischen Monarchen. Die Bauern in diesem Teil Polens leben noch mit den Jahreszeiten. Ende November, Anfang Dezember wird ein Schwein geschlachtet, das die Familien über den Winter bringt. Manche Frauen haben sich auf die Herstellung von Baumkuchen spezialisiert. In vielen Teilen Polens und auch im ehemaligen Ostpreußen hat die Herstellung von Baumkuchen eine lange Tradition. Auf der winterlichen Reise in die Rominter Heide begegnet Wolfgang Wegner Förstern und Waldarbeitern, einem Mann, der im ehemaligen Bahnhof von Szittkehmen lebt, dem Schweizer Jagdschriftsteller Andreas Gautschi, zwei jungen Leuten, die mitten im Wald eine kleine Pension betreiben und ihren Gästen köstliche Spezialitäten der Region servieren, und er begleitet polnische Grenzschützer, die, seitdem Polen Mitglied der Europäischen Union ist, die europäische Außengrenze bewachen. Sie durchschneidet die Rominter Heide, die Puscza Romincka.

Sa 13.02.10  RBB    15:55 bis 16:10 Uhr
Mi 17.02.10  09:45 bis 10:00 Uhr
WARSCHAUER NOTIZEN
Deutsch-polnisches Feuilleton

Mi 17.02.10   WDR     14:15 bis 15:00 Uhr
WINTER IN OSTPREUßENS ZAUBERWALD
Wiedersehen mit der Rominter Heide
Wiederholung vom Freitag
Polens Nachbarn
Do 18.02.10  RBB    23:45 bis 01:15 Uhr
BERLINALE 2001: KURISCHE NEHRUNG
98 Kilometer lang ist die Landzunge, die im Norden Sandkrug und im Süden Cranz miteinander verbindet: die Kurische Nehrung. Sie trennt Ostsee und Haff und ist oft nur ein paar hundert Meter breit. Unter ihren Sanddünen liegen Dörfer begraben, die Geschichte ist über baltische Völker und sarmatische Ufer hinweggegangen. Das Leben der Menschen war nie leicht. Bis zum Ersten Weltkrieg war die Kurische Nehrung deutsch, heute gehört sie zu Litauen und Russland. Mit Kameramann Thomas Plenert hat der Dokumentarfilm-Regisseur Volker Koepp diesen geografischen und sozialen Zwischenraum im heutigen Litauen erkundet, den die UNESCO ins Weltkulturerbe aufgenommen hat. Der Film zeigt eine Landschaft und ihre Bewohner: Orte beiderseits der Grenze, zwischen den Dünen. Nidden, das litauische Nidda und Rossitten, russisch: Rybatschi. Wolken treiben über die Dünen hinaus aufs Meer. Ihre Schatten wandern über den Sand. Der Wind faucht ins Mikrophon. Die Menschen suchen nach ihrem kleinen Glück. Regisseur Volker Koepp („Kalte Heimat”, „Herr Zwilling und Frau Zuckermann”) sagt über „Kurische Nehrung”: „Diese Art von Dokumentarfilm weist Strukturen auf, die quer zur allgemeinen Entwicklung stehen. Filme werden heute immer schneller. Offenbar glaubt man, sich nicht die Zeit für einen Menschen nehmen zu können, wenn er beispielsweise gerade nichts sagt. Man nimmt sich keine Zeit, Landschaften zu betrachten. Insofern verweigert sich mein Film diesem Trend. Und dann hat dieser Dokumentarfilm wirklich etwas Subversives, nämlich seine langsame Gangart.” Der Film erlebte seine Premiere im Forum der Berlinale 2001.

Do 18.02.10  WDR    00:20 bis 00:30 Uhr
DANZIG: KÖNIGIN DER OSTSEE
Sie gilt als die Königin der Ostsee. Die Stadt Danzig strahlt längst wieder in ihrem historischen Glanz und wird auch von vielen deutschen Reisegruppen angesteuert. Auch das benachbarte Seebad Zopot ist einen Abstecher wert.

Do 18.02.10  Hessen     14:15 bis 15:00 Uhr
DIE ODER
Schlesiens wilder Strom
Im mährischen Land im äußersten Osten Tschechiens, in den Ausläufern der Sudeten, entspringt die Oder. In der Mährischen Pforte zwischen Sudeten und Beskiden nimmt sie Kurs gen Nord und beginnt ihren 860 Kilometer weiten Weg bis zur Ostsee. In den abgeschiedenen Wäldern des Odergebirges finden noch viele seltene Tiere ein Zuhause. Wenn das Tauwetter in den Bergen plötzlich einsetzt, wird die Oder zu einem reißenden Strom. Die alljährlichen Überschwemmungen im Frühling sind für die Natur an den Oderufern lebenswichtig. Der Weg der Oder führt durch die Wälder der Sudeten hinab ins Tal und durch die Mährische Pforte in die fruchtbare Tiefebene. Vor den Toren der Stadt Ostrava, kurz vor der Grenze Polens, schlängelt sich die Oder durch das Naturreservat Poodri. Es umfasst die einzige intakte Aue im ganzen Land. Der Fluss wurde hier nicht begradigt und kann frei über die Ufer treten. Auch wenige Kilometer flussab darf sich die Oder frei entfalten. „Grenzmäander“ wird diese Region zwischen Tschechien und Polen genannt. Während des Jahrhunderthochwassers im Juni 1997 brach eine Mäanderschleife und veränderte die Grenze. An der Mündung der Olse in die Oder beginnt für die vereinten Flüsse ein 150 Kilometer langer begradigter Weg bis vor die Tore Breslaus. Die fruchtbaren Böden werden bis an die Ufer genutzt und Siedlungen in die Aue gebaut - auf einstige Überschwemmungsflächen. 1997 bezahlten die Einwohner der Stadt Raciborcz dafür einen hohen Preis. Zwei Drittel der Stadt standen unter Wasser, viele konnten nur ihre nackte Haut retten. Auch Breslau wurde nahezu ganz unter Wasser gesetzt. Die polnische Regierung plant den Ausbau des Flusses und setzt auf Technik, um den Fluss zu beherrschen. Künstliche Rückhaltebecken sollen die Auen ersetzen. Doch es geht um mehr als um den Schutz der Bewohner. Ziel ist die Anhebung des Wasserspiegels, weil der Fluss erst ab Kedzerzyn befahrbar ist. Geplant ist, die Oder mit der Donau zu verbinden. Dazu soll in den nächsten Jahren ein schiffbarer Kanal gebaut werden, der den Zugang zum Meer garantiert. Der Bau reißt tiefe Wunden in die Auen, zerstört sie unwiederbringlich.
TV-Tipp
Sa 20.02.10  05:05 bis 05:30 Uhr
DER SCHWARZE STAUB VON KATOWICE
Auf den ersten Blick ist Katowice eine ganz normale polnische Stadt: Wohnblocks, Fabriken, Bürohäuser, Geschäfte. Aber Katowice ist etwas ganz Besonderes. Katowice führt ein Doppelleben. Das wahre Herz dieser Stadt schlägt in der Tiefe. Mehrere tausend Kilometer Stollen formen ein verzweigtes Labyrinth im Untergrund, aufgefächert in zahlreichen Stockwerken. Das Herz dieser Stadt ist schwarz und voller Energie. Katowice ist die Kohlehauptstadt Europas. Der Film zeigt einen Abschied und einen Neubeginn. Er erzählt die Geschichte der Familie Gut. Jerzi Gut war Jahrzehnte unter Tage, malochte im schwarzen Staub, kämpfte als Mitglied der Gewerkschaft Solidarnosc für eine besseres Leben in Polen. Jetzt, mit 46 Jahren, muss er sich damit abfinden, Rentner zu sein. Die Arbeit ist so schwer, dass jeder in diesem Alter gehen muss. Sein Sohn Rafal wird in seine Fußstapfen treten: Er hofft auf einen Arbeitsplatz unter Tage, ein anderes Leben kann er sich nicht vorstellen. Der Film zeigt, wie es dem Vater gelingt, sein Leben neu zu ordnen, ohne zu vergessen, wo seine Wurzeln sind, und er zeigt, wie der Sohn die ersten Schritte als Arbeiter im Bergwerk macht, wie er seine „Taufe“ erhält, in 550 Metern Tiefe. Der schwarze Staub von Katowice ist ein Film über die wechselnden Gesichter einer Stadt und über die Menschen, die in und mit ihr leben.

Sa 20.02.10  MDR    14:20 bis 14:35 Uhr
DER FÜRST-PÜCKLER-PARK IN BAD MUSKAU
Der deutsche Dandy und sein Garten
Man muss auf den Hügel mit den alten Linden steigen und sich auf die alte Granitbank setzen, dann den Blick über die Schilfwiese zum Tal der Neiße schweifen lassen, kurz bei den drei Pappeln auf der Schlosswiese verweilen, um schließlich am Südflügel des Schlosses just auf den Fenstern, hinter denen die Gemächer des Fürsten lagen, hängen zu bleiben. Dahinter zeichnete ein Besessener Gartenpläne, schrieb feurige Liebesbriefe, dinierte mit den Großen seiner Zeit, grübelte über Schuldscheinen, machte großartige Reisepläne und verfasste Weltliteratur: Hermann Fürst von Pückler-Muskau.
Polens Nachbarn
Sa 20.02.10  Südwest    14:35 bis 15:20 Uhr
DIE KRIM
Im Reich der Kaiseradler
Die Halbinsel Krim ist fast so groß wie Sizilien und wird wegen ihres milden Klimas auch die „Riviera des Ostens“ genannt. Nicht nur der in Europa selten gewordene Kaiseradler fühlt sich hier wohl. Im berühmtesten Weingut „Massandra“ lagern außergewöhnlich Schätze. Wegen ihrer exponierten Lage im Schwarzen Meer ist die Halbinsel seit vielen Jahrhunderten begehrt und umkämpft. Die Küstenstadt Sewastopol war lange Hauptstützpunkt der legendären Schwarzmeerflotte und die Krim war Schauplatz grausamer Schlachten. Auf der Krim gibt es viele verlassene Felsenstädte. Einige stammen aus der Zeit der Völkerwanderung und gehen auf die Goten und Karäer zurück, andere wurden erst im 18. Jahrhundert von Krimtataren gegründet. Die Höhlen der Felsenstadt Eski Kermen wurden Ende des 6. Jahrhunderts von Byzanz an einer strategisch günstigen Stelle in den Stein gehauen und entwickelten sich zu einem wichtigen Wirtschaftszentrum. Mehr als 400 Räume gab es in Eski Kermen. Einige dienten als Lager, andere zur Verteidigung der Höhensiedlung. Bis ins dreizehnte Jahrhundert waren die Felsen bewohnt. Damals wie heute bieten die Höhlen Schutz vor eisigen Herbststürmen. Die Krim ist eine der wenigen Regionen Europas, in denen der elegante Kaiseradler noch regelmäßig brütet. Der Adler nistet am liebsten in offener Landschaft auf freistehenden Bäumen. Den Horst nutzen die Vögel viele Jahre, er wird immer wieder renoviert und bei Bedarf wird angebaut. Alte Brutplätze können dabei schon mal bis auf anderthalb Meter Durchmesser anwachsen.

So 21.02.10  WDR    15:05 bis 15:50 Uhr
POMMERN: ALS DER OSTEN NOCH HEIMAT WAR
Hinterpommern liegt jenseits der Oder an der Ostsee. Bis 1945 war es ein Land der Großgrundbesitzer, Gutshäuser und kleinen Marktstädte, der Herren und der Knechte. Die Pommern galten in Preußen als besonders gehorsame und tapfere Soldaten. In Pommern lebten und arbeiteten die Menschen auch nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende der Monarchie weiter nach alten Traditionen - ganz so, als habe es die Industrialisierung und die demokratischen Veränderungen nie gegeben. Ein jeder hatte seinen Stand, seine Pflichten, wusste, was ihm zustand. Jemanden wie im 18. Jahrhundert in der dritten Person anzureden, war in Pommern auch Ende der 1920er Jahre nicht ungewöhnlich. „Ich glaube, dass das alte Preußen doch sehr maßgebend gewesen ist in Hinterpommern, dies Gehorsamsein und Pflichtenerfüllen,“ meint die dort geborene Inge von Xylander.“ Man lehnte die Weimarer Republik ab, blieb kaisertreu, wählte deutschnational. Inflation und Weltwirtschaftskrise trafen Herren und Gesinde, die meisten Güter arbeiteten unrentabel und waren hochverschuldet. „Alle hatten ihren Kuckuck, überall,“ erinnert sich Kordula Wimmer, die Tochter des pommerschen Gutsbesitzers von Wühlisch. Immer neue Staatshilfen sollten den Ruin der Grundbesitzer verhindern. Seit dem Ersten Weltkrieg lag Pommern an der polnischen Grenze, nach Ostpreußen musste man jetzt durch den „polnischen Korridor“. Gegen Ende der Zwanziger Jahre erreichten die Nationalsozialisten in Pommern überdurchschnittlich gute Ergebnisse. Man hoffte, die Nazis würden die alte deutsche Größe und alte Verhältnisse wieder aufrichten, doch sie brachten den Krieg. Er forderte einen hohen Blutzoll von den pommerschen Familien, die Rote Armee rollte über das Land hinweg, die Vertreibungen vernichteten das alte Pommern und seine Lebensweise für immer. Die Dokumentation erzählt von einem Land, das sich damals gegen die neue Zeit stemmte und schließlich von den historischen Ereignissen hinweggefegt wurde. Geblieben sind die traumhaft schöne Landschaft, die Dörfer und Städte, die Spuren deutschen Lebens in Hinterpommern - und die wehmütigen Erinnerungen der Menschen, die dort einmal gelebt haben.

So 21.02.10  RBB    19:00 bis 19:25 Uhr
KOWALSKI TRIFFT SCHMIDT
Ein deutsch-polnisches Magazin
Polens Nachbarn
Mo 22.02.10  12:00 bis 12:45 Uhr
MOSKAU, JALTA, KIEW
Eine Zugreise
Moskau, Bahnhof Pawelezkaja - hier beginnt die Abenteuerreise durch drei Länder mit spannenden Begegnungen. Drei Wochen und über 6.500 km im Zug. Die Fahrt führt über Saratow und Wolgograd (dem ehemaligen Stalingrad) nach Sotschi am Schwarzen Meer, dem Badeort der Schönen und Reichen Russlands. In Jalta auf der Krim verrät ein Winzer ein paar Geheimnisse der Kultivierung eines exzellenten Rotweins. Durch Moldavien, dem Armenhaus Europas geht es weiter in die Ukraine, wo die Reise in Kiew endet, wenige Wochen vor der friedlichen Revolution.

Mo 22.02.10  MDR    15:30 bis 16:00 Uhr
DIE VIER GESICHTER KRAKAUS
239 Stufen geht es nach oben im Turm der Marienkirche. Jan Sergiel ist gut in Form. Er gehört zur Krakauer Feuerwehr, aber weil er gut Trompete spielt, ist er als Turmbläser abkommandiert worden. Zu jeder vollen Stunde läutet er die Glocke und bläst viermal das Krakauer Turmsignal, den Hejnal, in alle vier Himmelsrichtungen. Krakau, tausend Jahre alt, nie zerstört, die Stadt vieler Traditionen und doch heute eine Stadt der Jugend. Krakau, die polnischste aller polnischen Städte, eine Stadt, die viele Gesichter hat.
Polens Nachbarn
Mo 22.02.10  BR alpha     23:00 bis 23:30 Uhr
ZERRISSENES LAND
Ukraine zwischen Ost und West

Di 23.02.10  3Sat     16:00 bis 16:30 Uhr
ODER - NEISSE
Flüsse verbinden und trennen, die Menschen an den Ufern sind sich nah und doch oft fremd. Hat das vereinte Europa ihr Verhältnis verbessert oder Unterschiede deutlicher gemacht? Die fünfteilige Reihe „Reisen auf Europas Flüssen“ führt entlang alter Grenz- und Konfliktlinien. Die zweite Folge führt an die Oder-Neiße. Die Reise entlang des geschichtsträchtigen Flusses hinab beginnt am Zufluss der Oder und der Neiße: Die Stadt Guben nannte man früher „Perle der Niederlausitz“ und gehört heute zum strukturschwachen Gebiet auf beiden Seiten. Das schwierige Unterfangen, grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten, zeigt sich in dem deutsch-polnischen Projekt, eine Kriegsruine der gotischen Stadtkirche zu erhalten. Die Reise führt weiter vorbei an Dörfern links und rechts des Flusses, deren gemeinsame Vergangenheit sich noch an den Fährstraßen erkennen lässt, die auf polnischer wie auf deutscher Seite in die Oder führen. Beide Seiten arbeiten an ihrer Wiederbelebung. Zwischen Gozdowice und Güstebieser Loose ist sie schon verwirklicht, ein alter Schaufelrad-Dampfer verbindet die Orte. Weiter flussabwärts befindet sich der „Nationalpark Unteres Odertal“, ein Tier- und Pflanzenparadies in einer der letzten ursprünglichen Flusslandschaften Europas. Auch er ist Ergebnis deutsch-polnischer Zusammenarbeit. Kurz vor der Mündung in die Ostsee endet die Reise in Szczecin, Stettin, einer polnischen Metropole. Das Wirtschaftszentrum am Haff schafft Arbeitsplätze - auch im immer dünner besiedelten deutschen Umland.
TV-Tipp
Di 23.02.10  WDR    22:00 bis 22:30 Uhr
WILLKOMMEN AUF DER WEICHSEL
Von Bullen, Skispringern und Sozialisten
Von den beiden Quellen im Süden Polens bis zur Mündung im Delta an der Ostsee sind es genau 1047 Kilometer, eine weite Reise für die Weichsel. Der Fluss trennt das Land von Süden nach Norden ziemlich genau in der Mitte. Die Weichsel ist fast unberührt - es gibt viel Natur und eine einzigartige Tierwelt. Und es ist ein seltsamer Fluss, fast kein Schiffsverkehr, kein Tourismus, keine Industrie, eigentlich völlig nutzlos, aber kein Pole würde auf ihn verzichten. Es gibt Esoteriker, die die Weichsel trommelnd zum Ausflug in eine andere Welt nutzen, und Paraglider, die für die polnische Polizei aus der Luft Umweltverschmutzer am Fluss suchen. Wer dem Sozialismus nachtrauert, ist am Weichselufer mit seinem Trabant Marke Eigenbau willkommen, nachts sind illegale Fischer auf der Weichsel unterwegs. Sandomierz rühmt sich, die schönste Stadt an der Weichsel zu sein: Hier werden in der historischen Kulisse die populärsten polnischen Filme gedreht. Wir begleiten einen Extremsportler, der einen Monat lang die ganze Weichsel auf einem Kajak unterwegs war und fahren auch zum Weichsel-Staudamm, in dem die polnische Geheimpolizei vor ziemlich genau 25 Jahren den Solidarnosc-Priester Jerzy Popieluszko ermorden ließ. Entlang der Weichsel lassen sich viele Geschichten erzählen. Und: Die Weichsel ist der schönste Fluss Europas, die „Königin der Flüsse“, so die durchgehende Meinung unter den Polen.
Polens Nachbarn
Di 23.02.10  WDR    23:15 bis 00:15 Uhr
EINE BALTISCHE REISE
Gidon Kremer und die Kremerata Baltica
Eine milchige Sonne steht über der baltischen See. Es ist schon spät in der Nacht. Junge Frauen mit Blumenkronen. Männer mit Eichenlaubhütten stehen in Gruppen am Strand zusammen, scherzen und lachen, Sommersonnenwende, Lettland feiert sein wichtigstes Fest. Kurz vor Mitternacht werden die Feuer angezündet, Gesänge ertönen. Alte vorchristliche Lieder. Über dem Feuer hat sich der Himmel mit roten Streifen überzogen. Nicht weit entfernt beginnt kurz darauf das Sigulda Musikfestival mit der Kremerata Baltica. Die „Kremerata“ ist ein Kammerorchester junger, hochbegabter Musiker, welches sich der Geiger Gidon Kremer zu seinem 50. Geburtstag „schenkte“. Kremers Karriere ist ein Phänomen: In der Sowjetunion ein großer Star, erkämpfte er sich als erster Sowjetkünstler das Recht, frei im Westen zu gastieren, ohne ausgebürgert zu werden. Damals ein Politikum. Der gebürtige Lette - Sohn einer jüdischen deutschen Mutter und eines schwedischstämmigen Vaters - setzt sich heute sehr für sein kleines Geburtsland ein. Die Schaffung der Kremerata Baltica ist ein Meilenstein auf diesem Weg. Dieses Orchester junger baltischer Musiker hat sich mit seinem hohen Können, mit seiner gelösten Stimmung und mit seiner Experimentierfreudigkeit unter Gidon Kremers Leitung zu einem der viel beachteten Kammerorchester der Welt entwickelt. Das Geburtstagsgeschenk ist schnell herangereift und hat ein Eigenleben entwickelt. Das Festival von Sigulda ist der Anlass des Films, die Interaktion der überragenden Künstlerpersönlichkeit Gidon Kremer mit diesen jungen Leuten zu verfolgen. In intensiven Gesprächen erfahren wir Hintergründe und überraschende Details über sein Leben, sein Verhältnis zur Kunst oder die sowjetische Avantgarde des 20. Jahrhunderts. En passant taucht die lettische Geschichte auf, die Kultur und die grandiosen Landschaften dieses kleinen Landes, das nun in der EU liegt, mit mächtigen russischen Nachbarn, mit neu gewonnener Freiheit und ungewisser Zukunft.
Polens Nachbarn
Di 23.02.10  NDR    23:45 bis 01:15 Uhr
MEINE MÜTTER
Spurensuche in Riga
Rosa von Praunheim wurde am 25. November 1942 in Riga, Lettland, als Holger Mischwitzky geboren und ist in der Bundesrepublik Deutschland aufgewachsen. Unter seinem Künstlernamen wurde er einer der bekanntesten deutschen Filmregisseure. Im Jahr 2000 offenbarte ihm seine damals 94-jährige Mutter, dass er nicht ihr leiblicher Sohn ist. Sie hätte ihn vielmehr in Riga während der deutschen Besatzung in einem Kinderheim gefunden. Mehr sagte sie dazu nicht, bevor sie im Jahr 2003 verstarb. So ging Rosa von Praunheim in Riga auf die Spurensuche nach seinen beiden Müttern. Entstanden ist der bisher persönlichste Film des Regisseurs und zugleich ein spannendes Stück deutscher und lettischer Zeitgeschichte. Ohne einen richtigen Familiennamen schien die Suche zunächst zwecklos. Über einen Journalisten traf Rosa von Praunheim auf die Lettin Agnese, die im Staatlichen Archiv Lettlands Erstaunliches herausfand. Und ebenso erstaunlich ist es, dass Rosa von Praunheim schließlich in Berlin tatsächlich seine richtige Geburtsurkunde findet. Darin steht, dass er 1942 im Zentralgefängnis in Riga zur Welt gekommen ist. „Meine Mütter - Spurensuche in Riga“ ist eine bis zur letzten Minute spannende Zeitreise. Dabei wird aus der bewegenden Geschichte einer einzelnen Familie bald eine Reise in unsere kollektive Vergangenheit.
Polens Nachbarn
Mi 24.02.10  MDR    23:35 bis 01:00 Uhr
WILD WILD BEACH
Russische Strandvergnügen am Schwarzen Meer
Ein sommerlicher Badestrand an der Schwarzmeer-Küste ist Bühne für russische Exzesse jeder Art. „Russische Strandvergnügen am Schwarzen Meer“ zeigt eigenwillige Porträts von Menschen am Meer, deren Leben von Wodka, Karaoke und Gewalt bestimmt ist. Der Film lässt tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken. Der wilde Badestrand an der Schwarzmeer-Küste bot schon einmal die Szenerie für einen Dokumentarfilm. In „Broadway. Black Sea“ wollten die Filmemacher ein cineastisches Modell unserer Welt am Beispiel dieser sommerlichen Ansiedlung von Menschen am Strand schaffen. Seit dem Ende der Dreharbeiten von „Broadway“ sind Jahre vergangen. In diesen Jahren kam der Gedanke auf, dass zu viele Geschichten noch nicht zu Ende erzählt wurden. Deshalb kehrt Vitaly Mansky, jetzt in Begleitung des Regisseurs Alexander Rastorguev, zurück in diesen Mikrokosmos der russischen Gesellschaft und begegnet einigen Protagonisten von damals wieder, so zum Beispiel Evgeni, der sich noch immer als Strandfotograf mit seinem Kamel mehr schlecht als recht durchs Leben schlägt. Gemeinsam zeichnen die Regisseure ein einzigartiges Bild vom Zustand der Welt, in der wir heute leben, eine Welt voller Ironie und Trauer, menschlicher Aufrichtigkeit und Heuchelei, geprägt von Liebe und Verrat - und das alles erzählt mit Melancholie vor sommerlicher Strandkulisse. Die deutsch-russische Koproduktion „Russische Strandvergnügen am Schwarzen Meer. Wild Wild Beach“ wurde beim Internationalen Dokumentarfilm-Festival IDFA 2006 in Amsterdam mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. Bei der Preisvergabe hieß es in der Begründung: „Ein mutiger, unnachgiebiger, bewusst unpopulärer und bewusst geschmackloser Film, der die brutalsten Seiten der Putin-Ära Russlands zeigt. Gedreht an einem Strand am Schwarzen Meer begeht er Grenzüberschreitungen und hat dadurch die extremsten Reaktionen innerhalb der Jury ausgelöst - sowohl positiver als auch negativer Art.“

Do 25.02.10  RBB    14:15 bis 15:15 Uhr
DER BUG
Europas wilde Grenze im Osten
Der Bug ist ein mächtiger Strom, ungezähmt von Menschenhand. Insgesamt ist der Bug 772 Kilometer lang. Auf 383 Kilometern bildet er die natürliche Grenze Polens und vereint sich dann, stets Richtung Westen fließend, mit Narew und schließlich mit der Weichsel, vorbei an Wiesen, durch Wälder und unberührte, fast menschenleere Auen. Seit 2004 ist der Bug die längste Grenze der EU zum Osten, zu Weißrussland und der Ukraine. Der Bug ist eine natürliche Grenze mit Auenwäldern und Überschwemmungsgebieten. Regelmäßig tritt der Fluss über die Ufer und setzt seine Auen unter Wasser – ein besonderer Lebensraum, der Brutgebiet für zahllose seltene Vogelarten wie Kraniche, Schwarzstörche oder Wiedehopfe ist. Entlang seiner Ufer scheint die Zeit still zu stehen.

Fr 26.02.10  Hessen     14:15 bis 15:00 uhr
DIE OSTSEE (Teil 1)
Zwischen Deutschland und Estland
Die Ostsee, entstanden am Ende der Eiszeit, ist das größte Brackwassermeer der Welt. Der Film folgt der Ostseeküste von Mecklenburg bis nach Estland, vorbei an den endlosen Sandstränden und geschützten Bodden der Halbinsel Darß, Rastplatz für 50.000 Kraniche und andere Zugvögel, zu den berühmten Kreidefelsen Rügens, die schon den Maler Caspar David Friedrich inspirierten.

So 28.02.10  WDR    15:05 bis 15:50 Uhr
ALS DER OSTEN NOCH HEIMAT WAR
Schlesien
Große Teile des heutigen Westpolen waren in der Vergangenheit deutsche Regionen: Pommern und Schlesien gehörten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zum Deutschen Reich, Westpreußen wurde nach dem Ersten Weltkrieg polnisch, behielt aber eine deutsche Minderheit. Als 1945/1946 durch Flucht und Vertreibung und durch die Beschlüsse der Potsdamer Konferenz diese deutschen und ehemals deutschen Ostgebiete verloren gingen, endete eine lange Geschichte von Siedlung und Zusammenleben. Wenn Menschen, die in Westpreußen, Pommern oder Schlesien aufgewachsen sind, an die Welt von früher denken, sehen sie höchst unterschiedliche Bilder vor sich. Es sind Landschaften an der Weichsel und an der Oder, Alleen und Feldwege nahe der Ostseeküste, die Silhouette der Hochöfen in Kattowitz oder der Dom von Breslau, die Festung von Graudenz oder der Marktplatz von Stolp. An all diesen Orten hatten schon viele Generationen von Deutschen gelebt, sie waren dort lange und fest verwurzelt. Die Landschaften ihrer Heimat lagen östlich von Oder und Neiße, hatten aber ansonsten wenig miteinander zu tun, und nichts deutete darauf hin, dass sie eines fernen Tages in einem Atemzug als Beispiele für ein besonders dramatisches Kapitel der europäischen Geschichte genannt werden würden. Wenn die Deutschen aus Pommern, Schlesien oder Westpreußen heute die Orte ihrer Heimat besuchen wollen, reisen sie nach Polen, nach Wroclaw, Katowice, Grudziadz und Slupsk, und sie reisen an die Stätten einer Vergangenheit, über die sowohl in Deutschland als auch in Polen mehr geschwiegen als gesprochen worden ist. Es geht um eine Geschichte, die weder in Deutschland noch in Polen präsent ist, über die es über die Grenzen hinweg wenig Dialog und kaum Verständigung gibt - obwohl sie mehr als sechzig Jahre zurückliegt. Die Dokumentationsreihe „Als der Osten noch Heimat war“ will diesen weißen Fleck mit Farbe füllen, mit konkreten Geschichten aus dem Alltag zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Beginn von Flucht und Vertreibung. Wie sah das Leben jenseits von Oder und Neiße wirklich aus? Was nahm man von den politischen Entwicklungen wahr, wie wirkte sich der Nationalsozialismus aus, wie der Kriegsbeginn? Jenseits von Folklore und idyllischen Landschaftsbildern erzählt die Reihe ein unbekanntes und verdrängtes Kapitel deutscher und europäischer Geschichte. Schlesien, das seit Jahrhunderten nacheinander von Polen, Böhmen, Habsburgern und Preußen beherrschte Gebiet, hatte nach dem Ersten Weltkrieg eine besonders bewegte Geschichte. Der neu gegründete Staat Polen erhob Ansprüche vor allem auf das oberschlesische Industriegebiet. Die im Friedensvertrag beschlossenen Abstimmungen über die Zugehörigkeit Oberschlesiens bescherten der Region eine Teilung und erbitterte Auseinandersetzungen über die Rechtmäßigkeit der Ergebnisse. Dabei hatte die Bevölkerung sich seit Jahrzehnten ziemlich erfolgreich dagegen gewehrt, national vereinnahmt zu werden. Gegen den Anspruch, sich als „deutsch“ oder „polnisch“ zu bekennen, setzten sie ihr Verständnis als Schlesier. Nach 1920 wurden die deutsche Minderheit im polnischen Teil und die polnische Minderheit im deutschen Teil zum Spielball nationalistischer Fehden, mit dramatischen Auswirkungen auf einzelne Lebenswege. Während im überwiegend deutsch besiedelten Niederschlesien, an den Ufern der Oder und im Schatten des Riesengebirges, in Breslau und Hirschberg, das Leben fast bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges ruhig und idyllisch blieb, wurde überall an den „Nahtstellen“ zwischen deutschen und polnischen Regionen klar, dass es nicht bei einer friedlichen Nachbarschaft bleiben sollte. Wie diese Situation das Leben und den Alltag geprägt hat, davon erzählt diese Dokumentation anhand sehr persönlicher Erinnerungen von Deutschen und Polen.

So 28.02.10  Südwest    16:30 bis 17:15 Uhr
DIE OSTSEE (Teil 2)
Zwischen Deutschland und Estland
Direkt vor der Haustür liegt ein Meer mit einem grenzenlosen Reichtum an Formen, Farben und Leben, geboren am Ende der Eiszeit - es ist das größte Brackwassermeer der Welt, die Ostsee. Im ersten Teil folgt der Film der Ostseeküste von Mecklenburg bis nach Estland. Vorbei an den endlosen Sandstränden und geschützten Bodden der Halbinsel Darß, Rastplatz für 50.000 Kraniche und andere Zugvögel, zu den berühmten Kreidefelsen Rügens, die schon den Maler Caspar David Friedrich inspirierten. Oberhalb der Klippen in den Buchenwäldern des Nationalparks Jasmund zieht Damwild seine Kitze auf. Weiter geht es nach Usedom mit seinen Seevogelkolonien und traditionsreichen Kaiserbädern. Von dort überschreiten die Zuschauer die polnische Grenze und erkunden die imposanten Wanderdünen Pommerns und die alten Gassen in Gdansk, des ehemaligen Danzigs. Die Reise endet an den einsamen Stränden des Baltikums. Die Ostsee ist im Wandel, ein Prozess der noch lange nicht abgeschlossen ist. Die zweiteilige Naturdokumentation zeigt die Entstehungsgeschichte dieses Meeres und seiner Küsten, beleuchtet die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, besucht die Menschen, die von und mit der Ostsee leben.

So 28.02.10  Phoenix    21:45 bis 22:30 Uhr
KÖNIGIN DER FLÜSSE
Auf der Weichsel quer durch Polen
Von den beiden Quellen im Süden Polens bis zur Mündung im Delta an der Ostsee sind es genau 1047 Kilometer – eine weite Reise für die Weichsel. Der Fluss trennt das Land von Süden nach Norden ziemlich genau in der Mitte. Für die Polen ist die Weichsel die „Königin unter den Flüssen“.

Mo 01.03.10  Arte     20:15 bis 20:20 Uhr
200 JAHRE FREDERIC CHOPIN
Frédéric Chopin wurde am 1. März 1810 in der polnischen Stadt Zelazowa Wola geboren. Der Vater, Nicolas Chopin, stammte aus dem Elsass, die Mutter, Justyna Krzyzanowska, war von adeliger Abstammung. Frédéric wurde, wie seine drei Schwestern, von der Mutter musikalisch erzogen. Schon sehr früh zeigte sich seine außerordentliche Begabung. Er galt als Wunderkind, als neuer Mozart, und komponierte mit sieben Jahren seine ersten Werke. Ab dem achten Lebensjahr trat er regelmäßig in den Salons des polnischen Hochadels auf. Ab 1829 begab er sich auf Reisen und hielt sich abwechselnd in Warschau, Wien und in Paris auf. 1831 übersiedelte er endgültig nach Paris, wo er 1949, im Alter von 39 Jahren starb. Frédéric Chopin wurde im Pariser Friedhof Père Lachaise begraben, sein Herz wurde auf seinen Wunsch hin in Warschau beigesetzt.

Mo 01.03.10  Arte     20:20 bis 21:10 Uhr
DIE KUNST DES FREDERIC CHOPIN
Der französische Regisseur Gérard Caillat lädt ein zu einer Reise durch das Leben und das Werk des Mannes, der mit seinem Werk die Musikgeschichte und insbesondere die Geschichte des Klaviers nachhaltig geprägt hat: Frédéric Chopin. Der Auftritt Garrick Ohlssohns beim Chopin-Wettbewerb 1970, bildet den Auftakt des Films. Der Wettbewerb, der alle fünf Jahre in Warschau abgehalten wird, ist der renommierteste Klavierwettbewerb der Welt. Den Preisträgern ist eine Weltkarriere sicher. Gemessen werden die Kandidaten ausschließlich an den Werken von Frédéric Chopin. Chopin wurde 1810 in der Nähe von Warschau geboren und starb 1849 in Paris. Die zwei Schreibweisen seines Vornamens - „Frédéric“ und „Fryderyk“ - sowie seine doppelte Begräbnisstätte - der Leichnam in Paris, das Herz in Polen - geben Zeugnis davon, dass er in zwei Städten zu Hause war, in Warschau und in Paris. Als Chopin geboren wurde, stand Polen unter russischer Herrschaft. Er verbrachte eine glückliche Kindheit, schon früh wurde sein außerordentliches Talent erkannt und er wurde als der neue Mozart gefeiert. In Warschau war er Stammgast in den fürstlichen Häusern. Im Sommer auf dem Land ließ er sich von der Volksmusik inspirieren. Er wuchs zu einem eleganten jungen Mann heran, dem ein vornehm blasser Teint und eine brillante Klaviertechnik den Nimbus eines vom Tode gezeichneten Genies bescherte. Er entsprach mit seiner Kunst und seinem Aussehen dem damaligen Ideal des Künstlers. Der Aufstand des polnischen Volkes 1830 gegen die russische Unterdrückung veränderte sein Leben auf einen Schlag. Er war auf einer Konzertreise in Wien gewesen und konnte nicht mehr nach Polen zurückkehren. Er ging nach Paris und begann dort ein neues Leben. Er liebte die Weltstadt, verkehrte in den besten Kreisen, verdiente als Klavierlehrer und mit seinen Auftritten viel Geld, das er gleich wieder ausgab. Alfred de Musset, Franz Liszt, Eugène Delacroix, Honoré de Balzac und Heinrich Heine gehörten zu seinem Freundeskreis. Mit George Sand lebte er zehn Jahre lang zusammen. Er liebte Paris, doch er blieb seinem Heimatland Polen stets verbunden. Legendäre Chopininterpreten erzählen aus Chopins Leben und interpretieren seine Werke. Mit Martha Argerich, Krystian Zimerman, Jewgeni Kissin, Maurizio Pollini, Ivo Pogorelich, Wladimir Horowitz, Yuja Wang, Piotr Anderszewski, Murray Perahia, Wladimir Ashkenazy, Mitsuko Uchida und mit Artur Rubinstein.

Mo 01.03.10  Arte     21:10 bis 23:20 Uhr
GALAKONZERT AUS WARSCHAU
Mit Martha Argerich, Yundi Li und Dang Thai Son versammeln sich drei Generationen von Pianisten, die den Chopin Wettbewerb für sich entschieden haben. Dang Thai Son, der vor allem im asiatischen und amerikanischen Raum bekannt ist, konnte den Wettbewerb, der im Fünf-Jahres-Turnus stattfindet, 1980 für sich entscheiden. Er eröffnet den Abend mit dem 2. Klavierkonzert in f-Moll, Op. 21. Begleitet wird er vom Orchestra of the Age of Enlightenment unter der Leitung von Frans Brüggen. Yundi Li, der Jüngste im Bunde interpretiert danach sein persönliches Best-of von Chopins Mazurken, Balladen, Polonaisen und Etüden. Als er im Jahre 2000 die Goldmedaille in Händen hielt, war er nicht nur der bislang jüngste Teilnehmer des Wettbewerbes, sondern er brach auch einen ganz anderen Bann: Er war der Erste, den die überaus gestrenge Jury nach 15 Jahren überhaupt wieder eines ersten Preises für würdig erachtete. Den Abschluss bestreitet dann die Grande Dame des klassischen Pianos, Martha Argerich. Die gebürtige Argentinierin gewann den Chopin-Wettbewerb 1965. Sie interpretiert das Klavierkonzert Nr 1 in e-Moll, op. 11. Begleitet wird sie vom Philharmonischen Orchester Warschau unter Leitung von Antoni Wit.


Regelmäßig wiederkehrende Magazine
Grenzgänger - z drugej strony
Deutsch-polnisches Magazin
Erscheinungsweise alle 4 Wochen montags um 15:30 Uhr auf MDR
Näheres zum Programm siehe MDR

Kowalski trifft Schmidt
Das deutsch-polnische Journal
Erscheinungsweise alle 14 Tage am Sonntag 19:00 Uhr auf rbb
Kowalski und Schmidt sind Allerweltsnamen für “den” Polen und “den” Deutschen. Wie leben sie, welche Probleme haben sie, wo gibt es Gemeinsames, wo Trennendes?
Näheres zum Programm siehe rbb

Warschauer Notizen
Feuilletonistisches Magazin des ARD-Studios in Warschau
Erscheinungsweise in größeren Abständen.



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 letzte Aktualisierung 09.02.2010














 

 


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